Wasserwelten
Im Gebiet des Naturparkes befinden sich 69 Seen > 1ha, Hunderte von Kleingewässern und einige kleine Bäche. Doch nicht nur die Fülle ist beeindruckend, sondern auch deren Qualität. Eine ganze Reihe der Seen zählt noch heute zu den sogenannten Klarwasserseen. Sie sind nährstoffärmere und somit sauberere Gewässer, die Bekanntesten sind die Luzinseen. Der Breite Luzin ist mit einer Tiefe von über 58 m zudem der dritttiefste Binnensee in Mecklenburg-Vorpommern.
Den Übergang zwischen Gewässern und festem Land bilden Moore. Sie kommen in mehreren Formen im Naturpark vor. Besonders interessante und unbeeinflusste Ausbildungen sind die Kesselmoore, wie sie z. B. auf einer Wanderung durch den Hullerbusch zu finden sind.
Die Seen sind mit wenigen Ausnahmen für Motorboote aller Art gesperrt, so dass sich die Schönheit der Natur besonders störungsarm genießen lässt. Viele naturbelassene Badestellen laden zu einem Sprung in die erfrischenden Fluten ein. Durch die Ruhe und Ursprünglichkeit können Sie viele Wasservögel beobachten und nicht selten kreist ein Seeadler über dem Wasser, auf der Suche nach einer leichten Beute.
Ein See wird sowohl in seiner Flächenausdehnung als auch in der Tiefenschichtung in verschiedene Lebensraumtypen unterteilt. Zunächst erstrecken sich vom Ufer beginnend die Röhrichte, die wasserseitig durch Schwimmblattgesellschaften abgelöst werden. Bis in mehrere Meter Tiefe können sich dann bei klaren Wasserverhältnissen Unterwasserrasen z. B. mit Armleuchteralgen anschließen.
Im Wasser schwimmen vor allem Kleinstlebewesen, die unter der Bezeichnung Plankton zusammengefasst werden. Plankton umfasst sowohl kleine Tiere wie Wasserflöhe, Wimpertierchen u. v. a. als auch niedere Pflanzen wie Grün-, Blau- und Kieselalgen. Fische machen nur einen kleinen Teil der Wasserorganismen aus.
In einem über Jahrtausende währenden Prozess können sich aus Seen und Kleingewässern Moore bilden. Betrachtet man ein Moor im Querschnitt so lassen sich die verschiedenen Stadien der Entwicklung erkennen. Ein intaktes Moor besteht zu über 90% aus Wasser. In ihm wird abgestorbenes Pflanzenmaterial akkumuliert - es wächst und bildet Torf. Entwässert der Mensch ein Moor zur landwirtschaftlichen Nutzung, wird dieser Prozess umgekehrt. Dadurch gelangen in großer Menge Treibhausgase und Nährstoffe in die Luft und die Gewässer.