Unser Wald
Fast 14.000 ha der Naturparkfläche sind von Wäldern und Feldgehölzen bestanden.
Eine besondere Bedeutung haben die naturnahen Laubwälder in der Grund- und Endmoräne. Sie nehmen mehr als 1/3 der Forstfläche in der Feldberger Seenlandschaft ein. Die Laubwälder bilden die Vegetationsform, die ohne intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung in unserer Region vorherrschen würde. Für diese Lebensräume und darin vorkommende Arten trägt Deutschland eine internationale Verantwortung. Es ist daher eine der wichtigsten Aufgaben von Forstwirtschaft und Naturschutz die vorhandenen alten Buchenwälder zu bewahren.
Bei einer Wanderung durch den Naturpark werden Sie feststellen, dass vor allem in den Sandergebieten ausgedehnte Kiefernforste zu finden sind. Die Kiefernwälder wurden im Verlaufe der letzten Jahrhunderte vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen angelegt. Heute werden große Anstrengungen unternommen, um hier den Anteil der Laubbäume wieder zu erhöhen. Dies hat nicht nur ökologische Gründe, sondern trägt auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit bei.
In Feuchtgebieten bilden sich sogenannte Bruchwälder aus. Sie bestehen vor allem aus Erlen- und Birkenbeständen. Besonders wertvoll sind die nassen Bereiche, in denen zumindest im Frühjahr sogar freie Wasserflächen auftreten. Sie sind Lebensraum und Brutplatz für Kraniche, Schreiadler und viele Amphibienarten. Die Feldberger Seenlandschaft mit ihren vielen feuchtgebietsreichen Laubwäldern gehört zu den Landesteilen mit der größten Dichte von brütenden Kranichpaaren. Die lauten Rufe dieser Vögel sind im Frühjahr überall zu hören. Totholz ist ein wichtiger Bestandteil naturnaher Wälder. Es wird durch Pilze, Insekten und unzählige andere Kleinlebewesen zu Humus zersetzt. Im natürlichen Entwicklungszyklus der Wälder sind totholzreiche Altholzbestände dominierend. In intensiv genutzten Wäldern wird der Anteil so gering gehalten, dass viele Alt- und Totholzbewohner heute zu den gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gehören. Hier im Bild der Schleimpilz „Comatricha alta“.
Im 18. und 19. Jahrhundert herrschte akuter Holzmangel. Viele Wälder waren abgeholzt oder durch Streunutzung und Waldweide geprägt. Das Land wurde durch die Landwirtschaft genutzt. Die sich entwickelnde Industrie und die Städte forderten Brenn- und Bauholz.