Fledermaus-Zählung in ehemaliger Munitionsanstalt
Sogar einen neuen “Mopsfledermaus-Rekord” ergab die aktuelle Zählung in den baulichen Resten der ehemaligen Lufthauptmunitionsanstalt am 10. Februar 2026. Gemeinsam mit dem Landesfachausschuss für Fledermausschutz und -Forschung Mecklenburg -Vorpommern werden jährlich die Winterquartiere ausgewertet. Der Geschäftsbereich Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gewährte für den Einsatz Zugang zu den stillgelegten und ansonsten gesperrten Bereichen.
Bei der Zählung gilt es, vorsichtig und gründlich vorzugehen. Mit Endoskop-Kameras lassen sich auch Winterverstecke hinter Wänden und in sonst unzugänglichen Nischen finden ohne die Tiere aufzuwecken. Denn unsere heimischen Fledermäuse sind noch eine ganze Weile nicht ausgeschlafen: Von November bis einschließlich März wird hierzulande durchschnittlich im Winterquartier geschlummert. Dabei verlieren die Tiere einges an Körpergewicht, das sie sich im frühen Herbst angefuttert haben. Erst, wenn die bevorzugte Insekten-Nahrung gut verfügbar ist, lohnt es sich für die Nachtschwärmer, wieder munter zu werden.
- Insgesamt 1.159 Individuen
- und neun verschiedene Fledermaus-Arten konnten im abgesuchten, weitläufigen Areal entdeckt und gezählt werden.
- Mit 205 gezählten Mopsfledermäusen (Barbastella barbastellus) liegt das erfreuliche Ergebnis weit über dem der vergangenen Jahre.
Auch im Quartier der Wüstung Neuhaus, die ebenfalls im Naturpark liegt, ließen sich, unter 86 Fledermäusen insgesamt, acht Mopsfledermäuse zählen. Die Art konnte dort erstmals letzten Winter mit fünf Individuen festgestellt werden, bei vergleichbar tiefen Temperaturen. Tiefe und / oder lang anhaltende Frostphasen eignen sich besonders gut für den Nachweis von Mopsfledermäusen im Winterquartier. Denn selbst bei leichten Minustemperaturen können es die Tiere noch in geeigneten Baumquartieren aushalten. Erst bei strengem Frost ziehen sie sich in Gebäudequartiere wie z.B. in der Muna oder den Eiskeller der Wüstung zurück.
Die diesjährigen Zählungen zeigen die Relevanz von Gebäude-Winterquartieren umso deutlicher. Selbst, wenn die Tiere sich nicht jedes Jahr nachweisen lassen: Sie kennen die Objekte und können im Bedarfsfall dorthin umziehen. Der Schutz und Erhalt dieser Quartiere ist somit überlebenswichtig für die Fledermäuse.