Bibermonitoring in vollem Gang
Der Winter eignet sich dazu ideal: Die Vegetationsruhe gewährt Einsichten in sonst zugewachsene Bereiche. So sind neben den auffälligeren Biberburgen und Dämmen auch Mittelbaue, Fraßspuren oder Wechsel zum Wasser hin besser auffindbar.
Im Monitoring-Winter 2022/ 2023 konnten 48 besetzte Reviere im Naturpark Feldberger Seenlandschaft nachgewiesen werden. Eine Erfolgsgeschichte, denn bis in die 70er Jahre hinein galt der Biber in Deutschland als nahezu ausgerottet. Nur durch intensive Schutzbemühungen und Wiederansiedlungen konnte sich der Bestand erholen. In der Ökologie gilt der Biber als so genannte “Schlüsselart”: Der geschickte Vegetarier gestaltet seinen Lebensraum aktiv, schafft aus eigener Kraft neue Auenlandschaften und bereitet so den Weg für viele weitere Tierarten. Doch die Tätigkeit als “Landschaftsarchitekt” kann auch zu Konflikten führen, wenn beispielsweise landwirtschaftlich genutzte oder geschützte Wiesen durch Biberdämme überflutet werden. Die Ranger des Naturparks können hier durch das Anlegen von Biberdammdrainagen Abhilfe schaffen: eine aufwändige aber effiziente Maßnahme um den Wasserstand wieder abzusenken.
Das Monitoring wird voraussichtlich Ende Februar abgeschlossen. Im Frühling liegen dann die neuesten Ergebnisse zum Bestand der besonderen Nager im Naturpark vor.
Beim Monitoring gilt es, warm angezogen und gut ausgerüstet zu sein: Es kommen nicht nur festes Schuhwerk oder Gummistiefel und Ferngläser, sondern ab und an auch Wathosen oder ein Boot zum Einsatz.